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Wissen, erleben, handeln – die Sekundarschule Bürglen in Kreuzlingen

40 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Bürglen kamen gemeinsam mit vier Lehrpersonen für einen besonderen Umweltvormittag nach Kreuzlingen.

In zwei Gruppen erlebten sie zwei unterschiedliche Zugänge zu einem gemeinsamen Thema: Während die eine Gruppe im Seemuseum Kreuzlingen mit Julian Fitze in die Thematik rund um Mikroplastik und den Bodensee eintauchte, ging die andere mit Noemi Solombrino vom Around The Bodensee CleanUp hinaus ans Seeufer und wurde selbst aktiv. Danach wechselten die Gruppen.

Vonseiten der Schule wurde der Vormittag von Yanek Schiavone koordiniert und von mehreren engagierten Lehrpersonen der Sekundarschule Bürglen begleitet. Die Jugendlichen waren von Anfang an mit viel Interesse und Motivation dabei.

Wissen vermitteln und selbst erleben

Im Seemuseum nahm Julian Fitze die Jugendlichen mit in die Welt des Mikroplastiks. Als ehemaliger Lehrer versteht er es, Wissen lebendig und verständlich zu vermitteln, Fragen aufzugreifen und Zusammenhänge sichtbar zu machen: Was ist Mikroplastik? Wie entsteht es? Wie gelangt es in unsere Gewässer? Und was hat unser eigener Alltag damit zu tun?

Parallel dazu ging es mit Noemi Solombrino nach draussen. Seit zehn Jahren baut sie Umweltprojekte am Bodensee und am Mittelmeer auf und gab den Jugendlichen neben dem praktischen CleanUp auch Einblicke in die Erfahrungen, die sie auf diesem Weg gemacht hat.

Dabei ging es nicht nur darum, möglichst viel Müll zu sammeln. Es ging darum, genau hinzuschauen, Verantwortung zu übernehmen und selbst zu erleben, dass auch kleine Handlungen etwas bewirken können.

So ergänzten sich die beiden Teile auf schöne Weise: Im Seemuseum wurden Wissen und Zusammenhänge vermittelt – draussen am Bodensee wurde daraus eigenes Handeln.

Auch nach dem letzten CleanUp gibt es wieder etwas zu tun

Erst vor Kurzem waren wir in Kreuzlingen für ein CleanUp unterwegs. Trotzdem fanden die Jugendlichen auch dieses Mal wieder einiges, was nicht an den Bodensee und in unsere Natur gehört.

Einige Funde machten besonders nachdenklich. Eine Gruppe entdeckte eine zerbissene Mayonnaise-Tube. Die deutlichen Bissspuren lassen vermuten, dass ein Tier versucht hatte, an die Reste in der Verpackung zu gelangen.

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Auch auf einer Kuhwiese wurde ein zerbissenes Stück Papier entdeckt und aus der Wiese geholt. Dazu kamen weitere Fundstücke, darunter ein Rohr, riesige Plastiksäcke und eine schwere Kette, die von den Jugendlichen eingesammelt wurden.

Gerade solche Funde zeigen, dass Abfall nicht einfach nur unschön aussieht. Er gelangt in Lebensräume von Wildtieren, auf Wiesen und Weiden oder in die Nähe des Wassers. Verpackungen mit Essensresten können Tiere zusätzlich anlocken.

Umso wichtiger ist es, genau hinzuschauen und Abfall aus der Natur zu entfernen, bevor er dort zum Problem werden kann.

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Gleichzeitig begegneten wir bereits am Morgen einem Mitarbeiter der Stadt Kreuzlingen bei seiner Arbeit. Eine wichtige Erinnerung daran, dass die Mitarbeitenden der Stadt tagtäglich dafür sorgen, unsere öffentlichen Räume sauber und gepflegt zu halten.

Wie viel davon für uns unsichtbar bleibt, wird leicht vergessen. Noemi hat selbst schon frühmorgens vor der Arbeit gegen fünf Uhr erlebt, wie in Städten, Plätzen oder Bahnhöfen längst gereinigt und gearbeitet wird, während für viele andere der Tag noch gar nicht begonnen hat. Ein Gespräch am Abend mit einem Nachbarn, dessen Sohn ebenfalls für eine Stadt arbeitet, hat diesen Eindruck nochmals bestärkt: Vieles geschieht im Hintergrund und die täglichen Arbeiten müssen nach Dringlichkeit und Priorität erledigt werden.

Auch unser gesammelter Müll wurde nach dem CleanUp von einem Mitarbeiter der Stadt Kreuzlingen abgeholt.

Ein herzliches Dankeschön an all jene, die diese wertvolle Arbeit jeden Tag leisten. Unsere CleanUps ersetzen sie nicht – sie zeigen vielmehr, dass ein sauberer Lebensraum eine gemeinsame Verantwortung ist.

Jeder kann etwas verändern

Neben dem Müllsammeln gab Noemi Solombrino den Jugendlichen Einblicke in ihre mittlerweile zehnjährige Projektarbeit am Bodensee und am Mittelmeer.

Zu diesem Weg gehören viele schöne Begegnungen und Erfolge – aber genauso Rückschläge, schwierige Phasen und Momente, in denen es Kraft braucht, weiterzumachen.

Daraus entstand eine wichtige Botschaft an die Jugendlichen:

Jeder von euch kann etwas verändern.

Und dabei muss es nicht um Umweltschutz gehen. Vielleicht ist es ein soziales Thema, die Tiere, oder etwas ganz anderes, das einem persönlich wichtig ist.

Es geht darum, herauszufinden, wofür man sich einsetzen möchte, an die eigene Sache und an sich selbst zu glauben und dranzubleiben – auch wenn Rückschläge dazugehören.

Auch die Lehrpersonen lebten an diesem Vormittag vor, was es bedeutet, nicht nur darüber zu sprechen, sondern selbst mitzumachen. Sie gingen gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern los, sammelten Müll und packten mit an.

Denn junge Menschen lernen nicht nur durch das, was wir ihnen erzählen. Sie erleben auch, was Erwachsene ihnen vorleben.

Respekt beginnt im Kleinen

Ein Gedanke zog sich auf unterschiedliche Weise durch diesen Vormittag: Respekt.

Respekt gegenüber der Natur und unserer Umwelt. Gegenüber den Menschen, die täglich für unsere öffentlichen Räume arbeiten. Gegenüber anderen Menschen und auch gegenüber den Dingen, die uns zur Verfügung gestellt werden.

Eine kleine Situation während des CleanUps zeigte das besonders schön. Eine unserer Holzzangen ging kaputt. Der Schüler, dem es passiert war, kam von sich aus zu Noemi und entschuldigte sich aufrichtig dafür.

Dabei ging es gar nicht um die kaputte Zange. Viel schöner war, dass es ihm nicht egal war und er Verantwortung übernahm.

Auch Müllsammeln hat letztlich viel mit Respekt zu tun. Etwas aufzuheben, das jemand anderes weggeworfen hat, ist eine kleine Handlung. Gleichzeitig steckt darin die Entscheidung, dass uns die Natur und der Ort, an dem wir leben, etwas wert sind.

Eine Kombination, die wir weiter ausbauen

Das Seemuseum Kreuzlingen und das Around The Bodensee CleanUp arbeiten bereits seit einiger Zeit zusammen. Dieser Vormittag mit der Sekundarschule Bürglen hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll die Verbindung beider Angebote ist.

Besonders gefreut hat uns die Rückmeldung von Yanek Schiavone. Er selbst bringt viel Erfahrung aus der Arbeit mit Schulen und aus eigenen Projekten mit und hat mit seinen Schülerinnen und Schülern bereits an verschiedenen CleanUps teilgenommen. Umso mehr bedeutete uns sein Fazit, dass diese Kombination für ihn bisher wirklich die beste gewesen sei.

Ein grosses Kompliment – und gleichzeitig eine schöne Bestätigung für das, was an diesem Vormittag zusammenkam:

Verstehen und erleben. Wissen und handeln.

Genau diese Verbindung möchten das Seemuseum Kreuzlingen und das Around The Bodensee CleanUp künftig noch stärker gemeinsam anbieten und weiterentwickeln.

Das Angebot eignet sich für Schulklassen ab der 3. Klasse bis hin zu Jugendlichen und Erwachsenengruppen. Auch für Firmen und Teams bietet die Kombination eine besondere Möglichkeit: Wissen rund um den Bodensee und Mikroplastik kennenlernen, draussen selbst aktiv werden, gemeinsam anpacken und dabei als Gruppe etwas Sinnvolles erleben.

So kann aus der Verbindung von Seemuseum und CleanUp auch ein besonderer Teamtag entstehen – mit Wissen, Natur, gemeinsamem Engagement und einer Erfahrung, die verbindet.

Ein herzliches Dankeschön an die 40 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Bürglen und ihre vier Lehrpersonen, an Yanek Schiavone für die Koordination vonseiten der Schule, an Julian Fitze und das Seemuseum Kreuzlingen für die wertvolle Zusammenarbeit sowie an die Mitarbeitenden der Stadt Kreuzlingen für ihre tägliche Arbeit und Unterstützung.

Und ein grosses Dankeschön an die Jugendlichen für ihre Motivation, ihre Offenheit und ihr Mitmachen. Sie lebten die schönste Erkenntnis dieses Vormittags vor:

Veränderung beginnt dort, wo wir nicht nur wissen, sondern selbst ins Handeln kommen.

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