Der tiefe Wasserstand des Bodensees bringt derzeit einiges zum Vorschein. Bei unserem CleanUp im Naturschutzgebiet bei Salmsach, in der Luxburger Bucht, waren Mitarbeitende der Forster Profilsysteme AG gemeinsam mit freiwilligen Helferinnen und Helfern im Einsatz.
Mit dabei war auch Christoph Stäheli, der zuständige Ranger des Gebietes. Er sammelte den ganzen Vormittag gemeinsam mit uns Müll. Gerade in einem Naturschutzgebiet ist diese Zusammenarbeit besonders wertvoll – und wir freuten uns sehr über seine tatkräftige Unterstützung.
Schon im vorderen Bereich fanden wir viel angeschwemmten Müll. Besonders auffällig ist jedoch der Kleinmüll: Im ganzen Gebiet liegen unzählige kleine Plastikfetzen und Teilchen. Manche sind bereits stark verwittert und kaum noch als ursprünglicher Gegenstand zu erkennen.

Naturschutzgebiete sind von aussen kaum einsehbar. Was sich dort befindet, bleibt deshalb oft verborgen.
Bei anderen CleanUps in anderen Naturschutzgebieten haben wir in den letzten Jahren ähnliche Erfahrungen gesammelt und ebenfalls sehr viel Müll entdeckt, den man von aussen nicht sieht.
→ Hier geht es zu “einem” besonders schönen damaligen CleanUp in einem Naturschutzgebiet: Link zum Blogbeitrag.
Auch deshalb sind solche Einsätze für uns besonders eindrücklich und wertvoll, wenn Gebietsverantwortliche zu ihren Regenstiefeln greifen und selbst einen Augenschein nehmen und wie Herr Stäheli selbst mit sammeln, das ist leider nicht überall so am Bodensee.
Unter den Funden waren auch kleine Teilchen, die wir bisher nicht identifizieren konnten. Wir möchten deshalb gerne herausfinden, worum es sich dabei handelt, wie damals mit den Kaldnes-Teilchen.
Wer erkennt, was wir hier gefunden haben?

Ein weiterer interessanter Fund war eine Puppe, in deren Haaren bereits Pflanzen wachsen.

Weiter hinten, ganz in der Nähe des Damms, zeigte sich ein anderes Bild. Dort fanden wir auffallend viel alten Müll und spitziges und kantiges Metall. Am Nachmittag waren wir nochmals im Gebiet unterwegs und sammelten dort weiter. Dabei kamen unter anderem sehr alte Pfannen, Pfannendeckel, Besen, Schuhe und weitere alte Gegenstände zum Vorschein.

Und genau hier würden wir gerne mehr erfahren.
Woher kommt dieser alte Müll?
Während die Funde im vorderen Bereich nachvollziehbar vom See angeschwemmt worden sein können, stellt sich bei den Gegenständen unmittelbar beim Damm die Frage nach ihrer Geschichte. Wurde hier früher möglicherweise Müll abgelagert oder entsorgt? Gab es an dieser Stelle einmal eine Nutzung, die diese Funde erklären könnte? Oder gibt es eine ganz andere Erklärung?
Wir möchten nicht spekulieren, sondern würden gerne mehr über die Vergangenheit dieses Ortes erfahren. Wer die Gegend schon lange kennt, historische Informationen dazu hat oder sich an frühere Nutzungen des Gebietes erinnern kann, darf sich sehr gerne bei uns melden.
Der tiefe Bodenseestand ermöglicht momentan einen seltenen Blick auf Bereiche, die sonst teilweise vom Wasser bedeckt sind. Vielleicht bietet sich damit auch die Gelegenheit, ein kleines Stück Geschichte dieses Ortes aufzudecken.
Ein herzliches Dankeschön an alle freiwilligen Helferinnen und Helfer, Christoph Stäheli und die Mitarbeitenden der Forster Profilsysteme AG, die gemeinsam angepackt haben.
Die Forster Profilsysteme AG hat den eigenen Teamevent mit unserem CleanUp verbunden und ermöglicht mit einer grosszügigen Spende einen zusätzlichen CleanUp-Event für eine Schulklasse.
Auch am Sonntag ging die Arbeit weiter
Am nächsten Vormittag wurde der gesammelte Müll zusammengetragen. Noemi Solombrino war bereits früh morgens mit Fahrrad und Ziehwagen unterwegs und brachte die verschiedenen Fundstücke an einem Ort für die Abholung zusammen.

Anschliessend wurde der Werkhof Salmsach informiert und um die Abholung gebeten. Dabei haben wir auch auf eine alte Matratze hingewiesen, die wir in der Nähe entdeckt hatten und vor Ort liegen liessen.
Vielen Dank an alle, die mitgesammelt, mitgedacht und diesen besonderen Einsatz möglich gemacht haben.
Ein CleanUp endet nicht mit dem letzten eingesammelten Stück Müll. Danach braucht es noch einige zusätzliche Wege und helfende Hände, bis wirklich alles dort ist, wo es hingehört.




