Es ist ein bewegender Anblick, wenn die Hände von Jugendlichen und Kindern kleinste Plastikteilchen einsammeln und dabei Grosses bewirken. Schülerinnen und Schüler einer Schule aus Bern, die sich im Klassenlager in Bischofszell aufhalten, nahmen am 8. Grossen Around The Bodensee CleanUp in Güttingen teil. Ihr Ziel war es, den Bodensee von Müll zu befreien – konkret einen Uferabschnitt in Güttingen. Sie möchten der Natur etwas zurückgeben, während sie ihr Klassenlager geniessen. Mit viel Eifer durchkämmen die Jugendlichen die Umgebung, durchsuchen Gebüsche und Hecken, klettern über stachelige Brombeersträucher und sammeln alles ein, was in der Natur nichts verloren hat: Plastik, eine verlorene Tächlikappe und sogar eine volle Mundspülung, die direkt neben einem Bach lag.
Unterstützung und Anerkennung
Der Gemeinderat und Vizepräsident der Gemeinde Güttingen, Herr Markus Weber, nahm sich die Zeit, um den jungen Menschen persönlich seinen Dank auszusprechen. Sein Besuch war eine Anerkennung für die Bemühungen und den Einsatz der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte und Projektleiter. Mit seinen Geschichten über die Landschaft weckte er das Interesse an den malerischen Gehwegen, die sich entlang des Sees in Güttingen erstrecken. Und er hatte recht. Die Gehwege in Güttingen, die wie Baumtunnel wirken, erinnern an verzauberte Märchen. Sie bieten die ideale Gelegenheit, um Spaziergänge zu geniessen, frische Luft zu atmen und die ruhige Atmosphäre des Sees zu erleben.
Eine wohlverdiente Belohnung
Nach getaner Arbeit wurden die engagierten Teilnehmer im Seegasthuus Schiff-Li mit einem Eis und einem Getränk belohnt. Diese spontane Einladung kam von der Gastgeberin Jeannine Caspar, die selbst in Bern geboren wurde und sich über den Besuch der jungen Helfer, deren Einsatz und Berner Dialekt erfreute.
Durch ihren Einsatz am Bodensee haben die Schülerinnen und Schüler nicht nur zur Sauberkeit der Region beigetragen, sondern auch eine wichtige Lektion über Verantwortung und Eigeninitiative gelernt. Ihr Engagement zeigt, dass jeder Schritt zählt, um die Welt ein Stückchen besser zu machen.
Jugendliche und Kinder ermutigen, selbst einen Unterschied zu machen
Das Hauptziel der Projektorganisatoren ist es, Jugendliche und Kinder zu erreichen und sie zu motivieren, aktiv Veränderungen herbeizuführen. Indem wir ihnen die Auswirkungen ihres Handelns auf die Umwelt näherbringen, können wir sie dazu anregen, bewusster und verantwortungsvoller zu handeln.
Ein einfaches Beispiel: Eine weggeworfene Dose in der Natur könnte von einem Fuchs angeknabbert werden, was zu Verletzungen führen kann. Wenn man diese Geschichte erzählt, diese angeknabberte Dose zeigt und den Jugendlichen in die Augen blickt, während sie die Tragweite dieser Information erfassen, ist das ein starker Moment, der schwer in Worte zu fassen ist.
Wir möchten jeden Einzelnen motivieren, selbst aktiv zu werden, sich zu informieren und zu handeln. Es kann klein beginnen, um eine Idee zum Leben zu erwecken, doch das Wichtigste ist, es tatsächlich zu TUN.
Auch die Projektinitiatoren haben einst an diesem Punkt begonnen, mit kleinen Schritten. Und siehe da, über die Jahre hat sich daraus ein grosses Projekt mit bis zu 2.500 Teilnehmenden jährlich entwickelt.
Bedeutung der Aufklärung
Diese Form der Aufklärung ist entscheidend, um langfristige Verhaltensänderungen zu fördern. Wenn junge Menschen verstehen, dass ihre Handlungen direkte Konsequenzen für die Tierwelt und die Natur haben, sind sie eher bereit, ihren Lebensstil oder ihr Verhalten zu überdenken und gegebenenfalls einzugreifen, wenn jemand im Freundeskreis eine Dose aus einem fahrenden Auto werfen möchte.
Im Verlauf der letzten acht Jahre war es spannend, die Rückmeldungen zu beobachten und zu erfahren, wie Menschen darüber berichten, was das Müllsammeln bei ihnen persönlich bewirkt hat. Es geht nicht nur um den Müll selbst; vielmehr dreht sich alles darum, sich seiner eigenen Verantwortung bewusster zu werden und die Möglichkeit zu erkennen, positiv zu Veränderungen beizutragen. Letztendlich steht die gemeinsame Verantwortung im Mittelpunkt. Jeder noch so kleine Schritt kann andere dazu inspirieren, etwas Neues auszuprobieren oder anders zu handeln.
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Noemi Solombrino & der gemeinnützige Verein ocean-R-evolution




