Ein CleanUp-Tag kann ganz unterschiedlich aussehen. Manchmal sind wir mit vielen Schulklassen unterwegs, manchmal mit Firmen, Vereinen oder vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern. Und manchmal sind wir einfach zu zweit mit Müllsack und Zange unterwegs.
Diesmal führte unsere Tour von Rorschach über den Hörnlibuck bis nach Staad. Mit dabei war mein Vater. Erst vor Kurzem wurde er am Knie operiert, deshalb konnte er noch nicht mitsammeln. Aber er begleitete mich – und so wurde daraus auch ein schöner gemeinsamer Tag am Bodensee.

Rorschach – ein bekanntes Problem zwischen den Wellenbrechern
Am Morgen ging es bei der Badi Rorschach los.

Die Wellenbrecher dort beschäftigen uns schon seit vielen Jahren. Zwischen den grossen Steinen findet sich immer wieder erschreckend viel Müll.

Und vieles davon ist nicht einfach dort gelandet oder angeschwemmt worden: Abfall wird regelrecht zwischen die Steine hineingestopft.

Dosen, Flaschen, Verpackungen und viele kleinere Dinge verschwinden in den Zwischenräumen und sind beim Vorbeigehen kaum sichtbar. Erst wenn man beginnt, den Müll herauszuholen, zeigt sich, was dort alles versteckt ist.

Mit diesem Ort verbindet uns auch ein Fund, den wir bis heute nicht vergessen haben. Vor einigen Jahren fanden wir genau hier eine Maus, die in einer weggeworfenen Dose feststeckte. [→ Zum damaligen Blogbeitrag]

Solche Erlebnisse zeigen sehr direkt, dass Müll in der Natur nicht nur unschön ist, sondern für Tiere zur Gefahr werden kann. Umso ernüchternder ist es, zwischen den Wellenbrechern Jahr für Jahr wieder so viel Abfall zu finden.
Hörnlibuck – auf der Suche nach einer alten Erinnerung
Danach ging es weiter zum Hörnlibuck. Während mein Vater sich ausruhte und seinem frisch operierten Knie eine Pause gönnte, ging ich erst einmal schwimmen.

Mit diesem Ort verbinde ich eine Erinnerung, die viele Jahre zurückliegt. Damals war ich hier mit meiner Schwester und schrieb „Mami“ auf einen Stein. Bei dem tiefen Wasserstand wollte ich schauen, ob ich ihn vielleicht wiederfinden würde.

Den Stein mit unserem „Mami“ fand ich nicht. Dafür kamen zwischen den Steinen ganz andere Spuren zum Vorschein: sehr alte Hungersteine, die durch den niedrigen Wasserstand sichtbar waren.

So wurde aus der Suche nach einer persönlichen Erinnerung unerwartet eine kleine Entdeckungsreise in die Vergangenheit des Bodensees.

Nach dem Schwimmen nahm ich wieder Müllsack und Zange und suchte die Küste ab. Erfreulicherweise war es hier sehr sauber und es gab nur wenig einzusammeln – ein schöner Kontrast zu den Wellenbrechern in Rorschach.
Am Abend nach Staad

Unsere dritte und letzte Station führte uns am Abend zum Hafen Staad. Auch dort machte ich mich nochmals auf den Weg und sammelte entlang des Seeufers, was nicht dorthin gehörte.

Damit ging ein Tag zu Ende, an dem wir ganz unterschiedliche Seiten des Bodensees erlebt hatten: Stellen, an denen Jahr für Jahr viel Müll versteckt wird, ein erfreulich sauberes Ufer, alte Steine, persönliche Erinnerungen und immer wieder der See.
Und mittendrin mein Vater, der dieses Mal zwar nur als Begleiter dabei sein konnte, aber den ganzen Tag mit mir unterwegs war.

Ein schöner Tag am Bodensee – mit vielen kleinen Momenten, die in Erinnerung bleiben.




