Am vergangenen Samstag fand eine beeindruckende Cleanup-Aktion mit der Gemeinde Fussach statt. Rund 20 Personen, darunter viele engagierte Kinder, versammelten sich, um den Lebensraum der Tiere von Müll zu befreien. Sogar Herr Thomas Fitz, der Bürgermeister von Fussach, war anwesend und überreichte allen Teilnehmenden ein Dankeschön-Geschenk mit einer Jause für ihren Einsatz.
Ein gelungener Tag
Der Tag war ein voller Erfolg. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite mit herrlichem Sonnenschein. Während der Aufräumarbeiten wurden Pausen eingelegt, um zu picknicken und zu grillen. Das Sammelgebiet umfasste sowohl die Gemeinde Fussach als auch das Gebiet der Gemeinde Hard. Erfreulicherweise reisten sogar Helfer aus der Schweiz an, um die Aktion zu unterstützen. Der Rhein, der Müll aus der Schweiz und Österreich anschwemmt, stand im Mittelpunkt der Bemühungen. Viele Flaschenpoststücke, die in den letzten acht Jahren am Rheindamm beim jährlichen Around The Bodensee Cleanup gefunden wurden, bestätigten, dass ein Teil des Mülls aus der Schweiz stammt. Dies war ein bemerkenswerter Aufruf zu gemeinschaftlichem Handeln über Gemeinde- und Landesgrenzen hinweg.
Die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung Fussach war von Anfang an sehr positiv. Sie gestalten Flyer für die Veranstaltung, machen Werbung, organisieren Geschenke und nehmen sogar selbst am Cleanup teil. Seit Beginn des Projekts im Jahr 2018 ist die Gemeinde ein aktiver Bestandteil des Grossen Around The Bodensee CleanUps. Die Projektleitung Noemi Solombrino kümmert sich um die Organisation für die Teilnehmer aus der Schweiz. Somit werden die Übernachtungen in Fussach gebucht und extra darauf geachtet lokale Geschäfte wie auch die Bäckerei in Fussach zu besuchen, was über die bald Jahrzehnte zu einer länderübergreifenden Freundschaft mit vielen Dorfbewohnern geführt hat.
Herausforderungen
Die Menge an Müll, insbesondere angeschwemmte PET-Plastikflaschen und Styropor, fiel deutlich ins Auge. Auch Anglerbedarf wie Maisdosen und Würmerschachteln sowie Dosen von alkoholischen Getränken wurden achtlos in die Büsche geworfen, vor allem entlang des Lagunenwegs. Dieses Bild ist leider nicht neu und kann nur durch Kontrollen, Kameras und Bussgelder verbessert werden. Wir haben die Verantwortlichen für das Rheindeltagebiet die vergangenen Jahre bereits mehrfach auf dieses Problem hingewiesen. Das Rheindelta gehört zu den schönsten Regionen am Bodensee, ist jedoch stark vermüllt. Hier sprechen wir nicht nur von zurückgelassenen Maisdosen, sondern von den enormen Müllmengen, die der Rhein aus der Schweiz und Österreich anschwemmt. Dieser Müll bleibt oft lange Zeit liegen. Eine jährliche Säuberung reicht in diesem Gebiet nicht aus. Daher hat der Verein ocean-R-evolution seit Beginn des Projekts im 2018 jedes Jahr mindestens eine Woche lang intensiv an der Reinigung des Gebiets gearbeitet, um es für die Tiere im Winter angenehmer zu gestalten. Ausserdem haben wir versucht, über die Jahre eine Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern, wie zum Beispiel dem Naturschutzverein Rheindelta, zu erreichen, jedoch bis anhin leider ohne Erfolg.
Angst vor der geplanten offiziellen Cleanup-Aktion?
Während der Aktion äußerten Spaziergänger und Fischer, die anwesend waren, ähnliche Vermutungen wie die Projektleiterin Noemi Solombrino: Es wurde vor dieser offiziellen Aktion bereits aufgeräumt. Viele bemerkten, dass das Gebiet – trotz des noch vorhandenen Mülls – so auffällig sauber war. “Das ist sehr seltsam, ich fische hier schon viele Jahre, doch so sauber wie jetzt war es hier noch nie! Das ist sehr auffällig und sehr komisch” teilte ein Fischer mit.
Lesen Sie hier einen extra Blog zum Thema mit persönlichen Ansichten von Noemi Solombrino.
Neue Planung zur Effizienzsteigerung
Die Ursache für diese unerwartete Sauberkeit bleibt unklar. Am Nachmittag, nach dem offiziellen Cleanup mit der Gemeinde Fussach, sammelten die Vereinsmitglieder von ocean-R-evolution, die extra aus der Schweiz angereist sind, in dem Gebiet weiter, wo es seit Jahren erhebliches Mikroplastik gibt. Seit vielen Jahren widmet sich der Verein auch dem mühsamen Sammeln von Mikroplastik, was wir im Jahr 2024 zusätzlich öffentlich gemacht haben und Sie hier finden. Diese Verschmutzung hat sich über die Jahre angesammelt, da sich der alte Plastikmüll zersetzt hat.
Die weiteren geplanten Tage wurden auf benachbarte Gebiete verlagert, um die Effizienz der Aufräumarbeiten zu steigern. Die positive Erfahrung und die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Fussach lassen uns optimistisch in die Zukunft blicken. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, den Bodensee und seine Umgebung sauber zu halten und deren Schönheit zu bewahren. “Wir hoffen dass wir nächstes Jahr eine noch erweiterte Truppe sein werden mit vielleicht sogar den “Geheimen Sammlern”. “lacht Noemi Solombrino.
Weitsicht und Umdenken gefragt
Die Arbeit am Rheindamm ist eine enorme Herausforderung und Wichitgkeit für den ganzen Bodensee. Was der Rhein anschwemmt liegt irgendwann in allen drei Ländern am Ufer herum wegen der Strömung des Bodensees. Daher hoffen wir, dass auch die zuständigen Ämter nach fast 10 Jahren nun mit uns an einem Strang ziehen werden. Wir bleiben dran. Der Bodensee kennt keine Landesgrenzen – und der Umweltschutz auch nicht.
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Noemi Solombrino & der gemeinnützige Verein ocean-R-evolution




